Studierende am Karolinska Institutet gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen

Catherine studiert Public Health am Karolinska Institut in Stockholm. Zum Welttag der seelischen Gesundheit hat sie einen Aktionstag zum Thema Stigmatisierung organisiert.

Zu Ehren des Welttages der seelischen Gesundheit wurde am 12. Oktober ein größeres Event zum Thema Entstigmatisierung am Karolinska Institut, Stockholm organisiert. Unter dem Motto „Bloom at KI (Karolinska Institutet)“ („blühe am KI“) fanden einen ganzen Tag lang unterschiedliche Events, Gespräche und Präsentationen rund um das Thema Aufklärung psychischer Erkrankungen statt.  Stigmatisierung und eine Kultur des Schweigens rund um die seelische Gesundheit ist in vielen Gesellschaften immer noch ein Problem. In vielen Fällen ist das Stigma charakterisiert von sozialer Ausgrenzung und Ablehnung psychisch erkrankter Menschen (Aydin & Fritsch, 2015). Doch auch die Selbststigmatisierung, die Internalisierung dieser negativen Einstellungen, tragen dazu bei, dass Betroffene schwer an professionelle Hilfe gelangen (Aydin & Fritsch, 2015).  

Zusätzlich zu dieser Stigmatisierung werden seelische Probleme häufig als schwer greifbar betrachtet. Eine zeitintensive Diagnose, die sehr subjektive Erfahrung und häufige Generalisierung seelischer Erkrankungen tragen dazu bei, dass psychische Erkrankungen als sehr abstrakt empfunden werden. Somit lässt es sich über physische Beschwerden einfacher austauschen. Über psychische Probleme zu reden, ist hingegen häufig mit Scham und Schuld besetzt. Die Tatsache, dass der „World Mental Health Day“ jedes Jahr stattfindet, deutet auch auf die Generalisierung psychischer Probleme hin – es wäre verrückt, sich einen „World Physical Health Day“ vorzustellen.  

Während der Gespräche im Rahmen des KI Events wurde diskutiert, dass Betroffene oft nicht genau wissen, wo und wie sie sich Hilfe holen können. Weitere Forschung, offene Unterhaltungen über das Thema seelische Gesundheit, sowie eine bessere Aufklärung der Allgemeinbevölkerung muss angestrebt werden, um eine volle Akzeptanz und Entstigmatisierung psychischer Beschwerden zu erreichen.  

Die Blogeinträge spiegeln die persönlichen Meinungen und Erfahrungen der Autor*innen wider.

Literatur:  

Aydin, N., & Fritsch, K. (2015). Stigma und Stigmatisierung von psychischen Krankheiten. Psychotherapeut60(3), 245-257. 

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